Wahlschlappe – Wunden lecken nach der Wahl

Es war ein Tritt in den Allerwertesten der Parteiführungen von Union und SPD. Und trotz Wahlschlappe geht es weiter wie vorher: „Die SPD hat sich vom Acker gemacht“, so Bouffier. Die Kanzlerin stellt fest: „Ich sehe nicht, was wir anders machen sollten“. Die Gründe für die eigene Wahlschlappe sind immer die anderen. Merkel möchte mit guter Politik die Wähler der AfD zurückholen. Warum hat sie nicht vor der Wahl eine gute Politik gemacht?

Und die Gewinner?

Der große Abstauber ist die AfD. Sie ist aber nicht der Gewinner, vielmehr sind Union und SPD die großen Verlierer. Auch die selbstverliebte FDP hat ordentlich zugelegt. Linke und Grüne haben Gewinne, die vernachlässigt werden können. Mit Pasta-Politik und sinnfreien Sprüchen, wie “Zukunft wird aus Mut gemacht” kann man eben niemanden mehr überzeugen.

Und die Gründe?

Das Ergebnis ist ein Nachbeben der Flüchtlingswelle vor zwei Jahren. Den Kontrollverlust hat man der politischen Elite noch nicht verziehen. “Die da oben” lassen jeden zu uns, für uns tun sie nichts. Das ist gerade in Ostdeutschland zu spüren. Hier sind die Wähler besonders sensibel, wenn man ihnen etwas vormacht. Erst wurden sie von der SED belogen, nach der Wende von Banken und Versicherungen abgezockt und jetzt von der Politik belogen. Aber auch in den anderen Landesteilen ist die Enttäuschung groß. Das ist verständlich, denn die Bundespolitik besteht eben nur aus Wortverdreherei und Schauspielerei. In den sozialen Medien hat man sich auf die Selbstdarstellung reduziert. Das ist armselig und man hat das System „Facebook, Twitter & Co.“ offensichtlich noch nicht verstanden. Den Kontrollverlust bei der Flüchtlingswelle hat man fatalerweise erst nach der Wahlschlappe eingestanden.

Auch Seehofer bekommt sein Fett weg. Seine Schaukelpolitik hat ihm viele Stimmen gekostet. Erst hat er sich gegen die eigene Schwesterpartei aufgeblasen und dann hat er nichts von dem, was er angedroht hat, wahr gemacht. Das ist inkonsequent und kommt nicht gut an.

Und jetzt?

Die SPD geht in die Opposition. Das ist gut, denn sie muss sich erneuern und das geht nicht, wenn sie mit regiert. Den Neuanfang müssen aber junge Leute machen. Andrea Nahles steht für ein „weiter so“ und wird die SPD nicht verändern. Die Regierung wird vielleicht aus einer schwarz-gelb-grünen Koalition gebildet werden. Wie die bei den unterschiedlichen Interessen gerade von CSU, FDP und Grüne zustande kommen soll, muss man abwarten. Und ob die Koalition vier Jahre hält, auch.

Vielleicht merkt man irgendwann, dass das Geschäft mit leeren Floskeln und Mantras nicht erfolgreich sein kann. Politik wurde von Marktschreiern gemacht und jeden Tag wurde eine neue Sau durchs Dorf gejagt. Wenn sich das nicht ändert, wird die AfD weiter zulegen. Um einen Neuanfang zu machen, müssen die jungen Wähler stärker vertreten sein. Das geht nur mit einer eigenen Partei, denn sowohl die Junge Union als auch die Jusos der SPD werden innerhalb ihrer Parteien ausgeschlossen. Sie sind nicht mal auf den Webseiten der Parteien erwähnt. Stattdessen Bilder und Berichte mit Politikern der Vergangenheit. Wir leben von der Zukunft. Und das sind die jungen Wähler.

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