Im letzten Sommer ermittelten die deutschen Behörden gegen VW wegen vermuteter Absprache von Preisen für Stahl. Die fünf großen Hersteller sollen seit den 90ern ein Kartell gebildet haben. Einige Wochen später hat sich VW bei den Behörden selbst angezeigt. Man verständigte sich auch über die Größe der Tanks für Harnstoff. Diese wurden zu klein dimensioniert um zu sparen. Eine permanente Neutralisierung des gefährlichen Stickoxids war mit der Tankgröße nicht möglich. Mit Software hat man die Einspritzung auf dem Prüfstand aktiviert, im Verkehr wurde die abgeschaltet.

Wen vertritt die Regierung?

Berlin vertritt die Industrie in einem nicht mehr akzeptablen Maß. Der Käufer zieht aus seiner Sicht den Kürzeren. Er hat nicht das vertraglich vereinbarte Fahrzeug bekommen und jeder einzelne von ihnen muss sein Recht gerichtlich durchsetzten. In den USA sind Sammelklagen möglich, deshalb können Käufer einfacher ihr Recht durchsetzen.

Die Regierung propagiert Klimaziele und macht uns zum Vorreiter einer CO2-freundlichen Nation. Tatsächlich sind in den Abgasen eines Diesel weniger CO2 enthalten. Die Menge von Stickoxid ist jedoch wesentlich höher als bei Benzinern. Viele Messungen bestätigen dies. Trotzdem muss sich der Bürger den Schadstoffen aussetzten und Schädigungen seiner Gesundheit in Kauf nehmen. Natürlich ist die Automobilindustrie einer der Hauptantriebe unserer Wirtschaft und muss unterstützt werden. Aber die Balance zwischen Vertretung der Industrie und Interessen des Wählers ist im Ungleichgewicht. Die Nähe von Wirtschaft und Politik ist inzwischen unerträglich und die Politik selbst ist verlogen.

Vor der Wahl im September wird man nicht viel über das Kartell selbst erfahren. Das braucht Zeit. Man darf aber gespannt sein, wie sich Politiker zu dem Thema äußern. Wird es nur Wahlgetöse?

Und die Autobauer?

Die Hersteller möchten weiterhin den Diesel als ökonomisches Wunderwerk verkaufen. Sie setzten auf ein totes Pferd. Die Zukunft sind Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge. Die Konzerne handeln nur im Sinne der kurzfristigen Gewinnmaximierung, ein langfristiges Ziel oder eine Vision haben sie nicht. Die Aktionäre werden bedient. Leider vertritt die Regierung auch hier die Wünsche der Industrie. Die Politik vernachlässigt den Ausbau der Ladestationen und die Entwicklung geeigneter Batterien. Man setzt auf Prämien beim Kauf eines E-Fahrzeuges. Das ist aber nicht für den Alltag tauglich. Keiner kauft es, trotz 4000,- EURO Prämie. Und das ist im Sinne der Hersteller. Denn die sind nicht interessiert, Elektrofahrzeuge zu bauen. Es besteht aus Chassis, Fahrwerk, Karosse und E-Motor. Ein Diesel besteht aus mehr als 20000 Einzelteilen. Hier gibt es vielmehr Möglichkeiten, durch Reparaturen zusätzlich Umsätze zu generieren. Auch die Einspritzdüsen und die Motorsteuerungen, etc., die Bosch liefert, würden nicht mehr gebraucht.

Fazit

Man kann den Diesel- und Benzinmotor nicht morgen abschaffen. Aber die Vision, in naher Zukunft umweltfreundlichere Technologien zu entwickeln, haben die Chinesen. Sie werden in einigen Jahrzehnten den Automarkt beherrschen und die deutschen Marken werden nur noch in Geschichtsbüchern zu finden sein. Ein Kartell wird daran auch nichts ändern.

Weitere Fakten in meinem Buch, meine persönliche Homepage ist hier.

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